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Die Fotodoks Historie

Seit seiner Gründung 2008 hat sich Fotodoks Jahr für Jahr weiterentwickelt, ist gewachsen und über viele Hürden gesprungen. Ausstellungsorte haben sich verändert, neue Preise, Kooperationen, Workshops, Partner- und Wanderausstellungen sind hinzugekommen. Diese kleine, große Historie zeigt, wie Fotodoks wurde, was es ist - und wer alles dazu beigetragen hat!

Geschichte

The early years

"Wirklich komisch", unter diesem Motto versammelte die erste Fotodoks-Ausstellung im Jahr 2008 dokumentarische Fotoarbeiten in einer Galerie in Bad Aibling. Die Kleinstadt Bad Aibling ist Heimatort des Dokumentarfilmfestivals "Nonfiktionale", ein bis heute wunderbar charmantes, unabhängiges Festival. Und weil Bad Aibling nicht nur die Heimat von einigen MacherInnen der Nonfiktionale, sondern auch der Ort der Jugend der Fotografen Hans Herbig und Robert Pupeter ist und man sich in einer solchen Kleinstadt eben kennt, wurde kurzerhand die Idee einer das Filmfestival begleitenden Dokumentarfotoausstellung umgesetzt: Fotodoks geboren. Von Anfang an mit im Team und der Jury ist der Fotograf Jörg Koopmann. Und dann ging's los: eine Ausschreibung rausschicken, FotografInnen eingeladen, einen Preis organisieren - der dann von Marcus H. Rosenmüller an die erste Preisträgerin, die wunderbare Sabine Schründer aus Berlin, überreicht wurde.

Im zweiten Jahr war "Echt-Zeit" das gemeinsame Motto von Nonfiktionale und Fotodoks. Die ausgestellten Arbeiten wurden in einer legendären Skype-Gesprächsrunde diskutiert. Wir hatten die Jury 2009 um die letztjährige Gewinnerin ergänzt und zusätzlich den bekannten Fotografen Thomas Höpker als Mitglied gewonnen. Für einige Jahre wurde es uns liebe Tradition, dass die Fotodoks-PreisträgerInnen des Vorjahres an der Ausstellungsauswahl mitwirkten, genauso wie auch immer alle ausgestellten FotografInnen ein Votum bei der Preisvergabe hatten.

Und so war Armin Smailovic als Preisträger 2009 auch beim ersten großen Umbruch der Fotodoks-Geschichte in der Jury und und wurde dann für viele Jahre wichtiger Teil des Teams. Noch mit dem Nonfiktionale-Motto "Innenwelten" gestartet, machten es verschiedenste räumliche und organisatorische Herausforderungen im Jahr 2010 nötig, mit Fotodoks umzuziehen: Neuer Veranstaltungsort wurde der temporäre Kulturort Puerto Giesing in München. Und so richtete Fotodoks im dritten Jahr seines Bestehens eigenständig den Fokus ausschließlich auf aktuelle Dokumentarfotografie und organisierte erstmals ein die Ausstellung begleitendes Rahmenprogramm: unter anderem mit einem grandios eindrücklichen Vortrag des schwedischen Fotografen Anders Petersen.

The Stadtmuseum years

Unglaublich, der Leiter der fotografischen Sammlung des renommierten Münchner Stadtmuseums Dr. Ulrich Pohlmann regte an, dass die Fotodoks-Ausstellung im Münchner Stadtmuseum einen neuen Ort finden könne. "Unglaublich" war auch das Motto im Jahr 2011, ja es war sogar “incredibile”, denn mit Italien sollte erstmals ein Partnerland präsent sein. Fotodoks ist seit seiner Gründung am Blick über den Tellerrand interessiert und so wurde die Hälfte der Ausstellung mit italienischen Dokumentararbeiten bestückt; österreichische und schweizer Positionen wurden dazu geholt.

Alles war unglaublich aber Fotodoks wollte noch mehr: ein Festival mit Vorträgen, Paneldiskussionen, Screenings, Partnergalerien, ja eine richtige Festivalwoche sollte es werden. Vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München bekamen wir das MaximiliansForum als Veranstaltungsort und Festivalzentrum angeboten. Grandios, und auch grandios viel Arbeit diese Kunstpassage in einen Meeting Point und Diskussionsraum mit Buchladen, Bar und Party Space umzuwandeln. Über ein Stipendium der "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung" beim Münchner Stadtmuseum kam Sophia Greiff mit an Bord von Fotodoks - seit 2011 ist sie im Fotodoks Team, in der Jury und für lange Zeit sowohl im Ausguck als auch mit am Steuerrad. Sophia, Armin, Hans, Jörg und Robert sind für die kommenden fünf Festivalausgaben die Hauptverantworlichen, Ideengeber, Entwickler und, und, und.

2011 ist ein Fotodoksfestival mit vielen “das erste Mal”-en: Erstmals gab es einen MAGNUM Photos-Workshop in Deutschland. Fotodoks holte dazu Moises Saman, Thomas Dworzak und Christopher Anderson nach München. Während dem Fotodoks Festival hatte der italienische Fotograf Paolo Pellegrin eine Einzelausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern. Mirko Borsche gestaltete nicht nur (wie schon im Vorjahr) das Plakat, sondern auch den ersten Fotodoks-Katalog.

Auch im Jahr darauf ging es zunächst italienisch weiter: Für einen Vortrag im Mai im Rahmen der Kooperation mit dem Münchner Dokumentarfilmfestival "DOK.fest" lud Fotodoks den Fotografen Franco Pagetti nach München ein. Aber "Achtung?!", im Herbst 2012 wurde Großbritannien Festivalpartnerland und Fotodoks vergab erstmals den ZEITmagazin-Fotopreis. Erneut wurde ein Workshop mit einer renommierten Fotoagentur durchgeführt: diesmal mit den FotografInnen Christopher Morris, Anastasia Taylor-Lind und Jocelyn Bain Hogg von VII Photos. Die Wege der Sichtbarkeit für Dokumentarfotografie war nur eins der Themen, die uns im Rahmenprogramm beschäftigten und so war es auch nur passend, dass auch in diesem Jahr das Festivalzentrum im MaximiliansForum von einem Bücherstand des Buchladens der Deichtorhallen Hamburg bereichert wurde. Mit einem fulminanten 5-stündigen Vortrag des legendären Jacob Holdt aus Dänemark endete die Festivalwoche und gab gleichzeitig einen Hinweis auf die kommenden Gastregion:

Der Norden, also die skandinavischen Länder und Island standen 2013 im Mittelpunkt. Mit "Stranger World" weitete Fotodoks nicht nur die Blickrichtung gen Norden aus, sondern hinterfragte und dehnte auch den Dokumentarfotografie-Begriff: Videoarbeiten fanden den Weg in die Ausstellung und ZEITmagazin-Fotopreisträgerin wurde Linn Schröder mit einem Einzelbild. Das Festivalprogramm, moderiert von Paul Lowe, wurde mit Gesprächspartnern wie Florian Ebner, Gerry Johansson, dem Journalisten Michael Obert und auch dem Multikünstler Balz Isler zu einem vielschichtigen Erlebnis. Martin Steiner gab Fotodoks und dem Katalog ein neues visuelles Gesicht. Und die von Panos Pictures kuratierte Ausstellung „On Solid Ground“ auf dem Marienhof machte Fotodoks auch in der Stadt sichtbar.

Nach dem Festival ist vor dem Festival. So war es einige Jahre Schlag auf Schlag gegangen und da das Fotodoks-Team mit viel Enthusiasmus aber ohne Entgelt arbeitete, war im Jahr 2014 erstmal Durchschnaufen angesagt. Das Fotodoks Festival sollte von nun an alle zwei Jahre stattfinden. Dennoch warf das kommende Festival schon seine Schatten voraus. Mit Ex-Jugoslawien sollte die nächste Festivalausgabe im Jubiläumsjahr des Daytoner Friedensabkommens eine ganz besondere Partnerregion bekommen.

Um uns der Materie, den Themen und Eckpunkten anzunähern, luden wir im Herbst einige tolle Leute aus der Partnerregion und aus dem Fotoumfeld zu einem "Think Tank" nach München ein. Nach drei intensiven Tagen stand zwar noch kein konkretes Festivalthema fest aber es formten sich Ideen, Ansätze und erste Ausstellungskonzepte. Um all das zu vertiefen, Kontakte weiterzuentwickeln und spannende FotografInnen und Gäste aufzuspüren, begab sich das Fotodoks-Team im Frühjahr 2015 auf eine 3-wöchige Recherchereise durch die Gastregion. So lernten wir auch den Maler Vladimir Miladinovic kennen, den wir nicht nur in der kommenden Ausstellung zeigten, sondern auch zu einer Recherche-Residency nach München einluden.

"Past is Now" wurde schließlich Titel und Motto der Ausstellung und des Festival 2015. Grandios organisiert und koordiniert von Sophia Greiff, gehörten Rahmenprogramm, Buchladen, Diskussionsforum und ein kostenfreier Katalog in hoher Auflage inzwischen fast selbstverständlich zum Festival. Hinzu kamen zwei tolle Workshops von "Der Greif" und dem serbischen Fotografenkollektiv "Belgrade RAW", die Ausstellung "The Siege of Sarajevo" von Paul Lowe und wiederum eine Ausstellung im öffentlichen Raum: die von Myles Little kuratierte Ausstellung “1%: Privilege in a Time of Global Inequality” auf dem Marienhof. Drei Monate lang war die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zu sehen und erstmals konnten wir neben dem ZEITmagazin-Fotopreis auch einen Publikumspreis vergeben.

Im Januar 2016 wurde alles in Kisten gepackt: die "Past is Now"-Ausstellung ging mit Unterstützung der Goethe Institute der Region als Wanderausstellung auf Reisen durch Ex-Jugoslawien und war im Laufe der folgenden 15 Monate an 9 verschiedenen Orten zu sehen.

Coming soon: The Lothringer13 years