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Sonja Hamad

(*1986, D/SYR)

»Jin – Jiyan – Azadi« Women, Life, Freedom

Für ihre Serie »Jin – Jiyan – Azadi« Women, Life, Freedom dokumentiert die in Damaskus geborene Fotografin Sonja Hamad seit 2015 die kurdische Freiheitskämpferinnen der Guerilla im Nordirak und der YPG Volksverteidigungseinheit in Nordsyrien, die gegen den IS in den Krieg ziehen. Ihre Aufnahmen fokussieren den Kampf von Frauen, die gegen die Unterdrückung ihres Volkes, aber vor allem für die Frauenrechte, innerhalb eines von Sexismus und Feudalismus geprägten Patriarchats, einstehen.

Der Schwerpunkt ihrer fotografischen Arbeit ist ein erzählerisch-dokumentarischer Blick. Neben Portraits finden sich in der Serie Landschafts- sowie Detailaufnahmen.
Hierfür fuhr Hamad zurück in ihre Heimat nach Syrien, die sie im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern verlassen hat. Geprägt von einem Leben in der Diaspora begleiten sie von Kind auf Fragen nach ihrer eigenen Identität und sind als ein Movens zu benennen, der sie über das Thema der Serie hinaus inspirierte, die nicht ungefährlichen Reisen in die Kriegsgebiete zu unternehmen. Die Intensität ihrer Arbeit spiegelt sich in den mit analoger Mittelformatkamera aufgenommenen Farbfotografien, die den Menschen hinter den Kämpferinnen jenseits der Frontlinie zeigen, die Schönheit der Landschaft auf der einen und die dystopische Grausamkeit der Tatorte auf der anderen Seite einfangen und in den Detailaufnahmen einen Blick für Momente weiblicher Anmut eröffnen. Mit ihren Fotografien entwirft sie ein anderes Bild der Orte und Menschen, als jenes, welches uns die Nachrichtenberichterstattung mit ihren klassischen Kriegsfotografien bietet: Ihre Fotografien setzen nicht auf die Darstellung von Sensation und Elend, vielmehr vermittelt sie uns das Gefühl für die Momente dazwischen. Ihre Portraits offenbaren ihr sensibles Gespür in der Begegnung mit den Kämpferinnen vor Ort.