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Rebecca Sampson

(*1984, GER)

Apples for Sale

Mit ihrer multimedial gestalteten Arbeit Apples for Sale (2018) untersucht Rebecca Sampson die Lebensumstände indonesischer Hausmädchen in Hongkong. Die Darstellung ihrer unwürdigen Lebensbedingungen nimmt dabei nur einen Teilaspekt der vielseitigen Arbeit ein. Die Berliner Fotografin schafft ein tiefgehendes Porträt des sozialen Lebens der Arbeitsmigrantinnen. Für seinen Produktkatalog lässt eine der Agenturen die Mädchen in einer Schürze mit dem Aufdruck „’Apples for Sale’ ablichten, daher der Titel. Den Dienstmädchen wird jegliche Individualität entzogen, sie werden zu identitätslosen Hausrobotern degradiert. Die Verwirklichung ihrer Sehnsüchte nach Selbstbestimmung, Familie oder sozialen Kontakten ist den Haushälterinnen nur an einem Tag in der Woche gegönnt – dieser ist gesetzlich vorgeschrieben und fällt mit dem sonntäglichen Familientag zusammen – die Maids müssen das Haus verlassen. An diesem einen Tag schlüpfen sie in einem ausschließlich weiblichen Umfeld in verschiedene soziale Rollen. Es entsteht eine Parallelwelt, deren Geschehen sich zum Teil auf den Straßen Hongkongs abspielt. Ihr sozialer und kultureller Raum verschiebt sich aber auch immer mehr in die virtuelle Welt. Dort sind dem individuellen Ausleben ihrer Persönlichkeit keine Grenzen gesetzt.