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Markus Krottendorfer

(*1976, A)

Mountains of Kong

Markus Krottendorfers Serie Mountains of Kong konfrontiert den Betrachter mit einer Täuschung, oder vielmehr mit dem Faktum der Täuschung. Dies geschieht in seinen Aufnahmen auf zweierlei Ebenen. Die erste – die sich nicht unmittelbar erschließt – ist der Bildinhalt selbst. 2016 reist der österreichische Fotograf nach Afrika, um dort die zwischen 1795-97 von Mungo Park entdeckten Kong-Berge abzulichten. Diese Entdeckung ist jedoch reine Erfindung, das Gebirge Parks hat niemals existiert. Seine angebliche Existenz diente ausschließlich naturwissenschaftlichen Argumentationen. Dennoch wurden den Kong-Bergen jahrzehntelang, dank weiterer Reiseberichte Dritter und gutgläubiger Geographen, eine reale Existenz zugeschrieben, die sogar Eingang in die afrikanische Kartographie fand. Krottendorfers Aufnahmen führen uns einen realen Gebirgszug vor Augen, ohne Zweifel. Sie zeigen sogar jene Gebirgslandschaft, in der man die Kong-Berge vermutet hat. Aber sie stoßen an ihre Grenzen eine vermeintliche Wahrheit abzulichten. Die zweite Ebene ist offenkundiger. Der Fotograf spielt mit der manipulativen Bildbearbeitung, insbesondere mit der bis ins Extreme intensivierten Farbigkeit. Diese surreale Intensität der Manipulation unterstreicht einerseits den visualisierten Mythos, andererseits ist sie ein Stilmittel der Offensichtlichkeit. In einem Zeitalter des Medienüberflusses und der Bilderflut ist die Bildwahrheit, insbesondere im dokumentarisch-journalistischen Bereich, eine unbedingte Notwendigkeit. Dass es dennoch der Einzelperson obliegt, das Dargestellte und seinen Wahrheitsanspruch zu hinterfragen, zeigen uns die traumhaften Landschaftsausnahmen Krottendorfers.