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Gilles Raynaldy

(*1968, F)

Jean-Jaurès

Betrachtet man die Aufnahmen von Gilles Raynaldy, gewinnt man unmittelbar den Eindruck, es handle sich um Filmstills aus einem Jugendfilm, für dessen Drehort ein Schulgelände gewählt wurde. Doch weit entfernt von jeglichem Artifiziellem ist es Raynaldy, als stillen Beobachter gelungen, authentische Momente einzufangen. Seine Aufnahmen zeugen von einer Nähe und Vertrautheit zu den abgelichteten Personen, die die dargestellten Szenen emotional erfahrbar machen, als wäre man selbst Teil der Situation. Über drei Jahre hinweg (2009-2011) dokumentiert Raynaldy das alltägliche Geschehen an der Schule Jean-Jaurès in Montreuil. Das Gesamtwerk ist ein visuelles Jahrbuch, das wohl treffender als jeder Schülerbeitrag, das Vorgefallene wiedergibt und die Höhen und Tiefen des jugendlichen Miteinanders und des Erwachsenwerdens sowie den hierfür ausschlaggebenden Einfluss der Institution Schule und pädagogischer Verfahren versinnbildlicht. Die 2015 erschienene gleichnamige Publikation ist zweiteilig aufgebaut. Beinhaltet der erste Teil zahlreiche Abbildungen aus dem Schulalltag, widmet sich der Zweite der nächsten Phase seiner Arbeit: in Zusammenarbeit mit den SchülerInnen tapezierte und verzierte Raynaldy die Schulwände mit einer Auswahl seiner Fotografien. Ein gemeinschaftlicher Prozess, der vor Augen führt, wer eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte.