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Lisa Domin & Christina Maria Ruederer

Film screening, folgend Lisa Domin im Gespräch mit Christina Maria Ruederer
(Assoziierte Kuratorin, Kunstverein München)
DEUTSCH

Lothringer13 Halle

Das Video „Faxen" (1-Kanal-Video, 9:11 min, 2018) folgt einer speziellen Form der Kommunikation. Die JVA in Gelsenkirchen ist ein Gefängnis-Neubau mit der architektonischen Besonderheit, dass sich die Frauen- und die Männerabteilung genau gegenüberliegen und nur durch ein großes Sportfeld voneinander getrennt sind. Lisa Domin interessiert sich für die besondere Form der Kommunikation, die sich unter den InsassInnen entwickelt hat: das so genannte Faxen.

Beide Arbeiten, die Videoarbeit „Faxen" und die dreiteilige Fotoserie „Twin Towers", die in der Ausstellung zu sehen ist, beschäftigen sich mit Situationen, in denen das Verstehen durch Worte aufgrund sozialer Umstände unmöglich erscheint (ist?). Die veranschaulichten Begegnungen erfordern aus ihrer unmittelbaren Situation heraus alternative und mühsame Kommunikationsformen. Sie zeigen damit das gegenseitige Bedürfnis nach zwischenmenschlichem Austausch.

In einem anschließenden Gespräch werden sich die Künstlerinnen Lisa Domin und Christina Maria Ruederer auf diese beiden Arbeiten konzentrieren und einen tieferen Einblick in Domins künstlerische Praxis geben.

Lisa Domin (*1983) studierte Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Film und Fotografie in Braunschweig und Budapest. Sie verhandelt mit Video, Fotografie, performativen Elementen und Sprache unterschiedliche Formen von Instrumentalisierung und Fiktionalität biografischer Geschichten und öffentlicher Geschichtsschreibung. Seit 2017 ist sie für ein postgraduales Studium der Medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

Christina Maria Ruederer ist Teil des kuratorischen Teams im Kunstverein München, wo sie Ausstellungen und diskursive Formate kuratiert. Ruederer studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Literatur und hat an Publikationen, Zeitschriften und Ausstellungskatalogen mitgewirkt.