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Soldaten_0008-0129

Ein Vortrag von Irina Ruppert (Fotografin und Künstlerin)

Irina Ruppert

MaximiliansForum

Darf man so mit Fotografien fremder Menschen umgehen? Tote Insekten auf die Passbilder verstorbener Soldaten kleben? Irina Ruppert hat es getan, und interessanterweise sind es schnell ganz andere Fragen, die den Betrachter beschäftigen: Was mögen die Augen der Soldaten gesehen haben? Was war ihre Geschichte, bevor ihre Fotos auf die Dachböden und Flohmärkte dieser Welt gelangten?

Die Soldatenporträts aus der umfangreichen Passbildsammlung von Irina Ruppert stellen Fragen an den Betrachter – nach der eigenen Familiengeschichte und Kriegserfahrung; nach dem Recht darauf erinnert zu werden; nach Wahrheiten, die sich nicht in Archiven finden lassen. In ihrer Offenheit ermöglichen sie individuelle Assoziationen, setzen Erinnerung in Gang und verweisen auf das beständige Wechselspiel von Krieg und Frieden.

Irina Ruppert

wurde in Aktjubinsk/Kasachstan geboren und wanderte im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland aus. Sie studierte an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Fotografie bei Ute Mahler und beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit den Themen Heimat und Herkunft, mit Erinnerung und Vergänglichkeit.