“radius”

Bettina Koller München

Bettina Koller | radiusBettina Koller fotografierte während einer Zeit des Rückzugs ihre Familie und Details ihres alltäglichen Lebens.

Die Aufnahmen ihrer unmittelbaren Umgebung fügt sie in verschiedenen Bildgrößen zu einer 9-teiligen Installation zusammen.

www.bettinakoller.de

“wenn Du nicht mehr weinen kannst, ist es Zeit zu gehen”

Esther-Judith Hinz München

Esther-Judith Hinz | wenn Du nicht mehr weinen kannst

Mit dem Tod der Mutter meiner Mutter beginnt meine fotografische Reise. Viele Orte rauschen in meiner Erinnerung an mir vorbei und nicht alle sind heute noch einer Betrachtung wert. Menschen begegnen mir und verschwinden wieder aus meinem Leben. Ich werde sie nie festhalten können. Wann weiß ich, dass ich bleiben darf, wann sollte ich gehen? So seziere ich mein Leben und nehme Abschied von Menschen, Orten und Gedanken.

www.estherjudithhinz.de

Come bury me

Andrej Krementschouk  Leipzig

Andrej Krementschouk | COME BURY MEIn seiner Arbeit “Come bury me”  erzählt der Fotograf Andrej Krementschouk eine bewegende Geschichte von Heimat und Heimatlosigkeit, Ursprung und Identität. Schauplatz ist eine baufällige Hütte im Zentrum einer russischen Kleinstadt. Hier hatte sich eine Gruppe von Obdachlosen, aufgewachsen in Waisenhäusern, ein Zuhause am Rande der Gesellschaft geschaffen. Als Krementschouk 2007 zufällig auf die Gruppe stieß, wurde er eingeladen und es gelangen ihm anrührende Beobachtungen: Von Verzweiflung und Sucht auf der einen Seite, von Wärme und Zärtlichkeit auf der anderen.
Komm mich begraben / Come bury me, mit diesen Worten hatte sich eine der Frauen im Haus von Krementschouk verabschiedet, als dieser versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen. Bei seiner Rückkehr im Winter 2008 fand der Fotograf nur noch eine Brandruine vor und erfuhr von der einzigen Überlebenden der Gruppe, dass das Haus und seine Bewohner einer Brandstiftung zum Opfer gefallen waren. Auf dem Grundstück wird heute gebaut. Dem Andenken an die einzigartigen Bewohner des früheren Hauses ist die Arbeit gewidmet.

www.krementschouk.com

Consensual

Corinna Sauer Hannover

Corinna Sauer | ConsenualMit dem Begriff “SM” sind in der Gesellschaft vielfältige Vorstellungen verbunden. Die Medien, die dieses Thema aufgreifen, bedienen sich häufig der Klischees, die zuvor schon in den Köpfen vieler Menschen vorherrschend sind.

Die Arbeit “Consensual” ist eine persönliche Annäherung der Fotografin an diese Thematik. Ziel ist es nicht zu werten oder zu erklären. Vielmehr soll innerhalb der Bilder eine Grauzone und darüber hinaus das bestehen bleiben, was eben nur zwischen den Beteiligten in gegenseitigem Einvernehmen stattfindet und kein Verstehen anderer erfordert.

Ewig treu – Eine Verbindung fürs Leben

Lene Münch Berlin

Lene Münch | Ewig treuIn ihrem Essay »Ewig treu – Eine Verbindung fürs Leben« beschreibt Lene Münch in einer zurückgenommenen Mittelformat-Fotografie das Leben der Verbindungsstudenten in Deutschland. Lene Münch prangert hierbei keineswegs die Praktiken und Methoden der so oft kritisierten Verbindungen an, sondern überlässt die Interpretation allein dem Betrachter.

www.lenemuench.de

Geb. 01.01….

Andreas Müller München

Geboren am 01.01 | Andreas MüllerGeb. am 01.01….
ist eine  fotografische Annäherung an die emotionale Gegenwartswelt unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland. Die Fotografien erzählen vom Warten und Hoffen junger Menschen, die angetrieben von der Kraft ihrer Träume und der Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit, sich gegen die vielschichtigen Enttäuschungen, die ihnen ihr vermeintliches Paradies aufbürdet stämmmen. Atemzug für Atemzug ihrer ungewissen Zukunft entgegen.

www.andreasmueller-fotografie.de

Geh, meine Schöne

Gordon Welters Berlin

Gordon Welters | Geh meine SchöneDana ist 25, liebt und fordert das Leben als sie den Knoten unter der Haut fühlt. Nach Brustamputation und Chemotherapie entscheidet sie sich für ein neues Leben und ärztlichen Ratschlägen zum Trotz für einen Sohn. Ein kurzes, ein turbulentes Leben. Neun Jahre später liegt Dana auf der Palliativstation eines Krankenhauses. Der Fotograf Gordon Welters lernte Dana 19 Tage vor ihrem Tod kennen. Es war ihr Wunsch auf diese Weise die Idee des Freundeskreises in die Öffentlichkeit zu tragen, als Anregung für andere Betroffene und deren Begleiter.

www.gordonwelters.com

Inside Stasi

Thomas Meyer Berlin

Thomas Meyer | Inside StasiMit seiner beeindruckenden Reportage über die Reste des DDR Geheimdienst-Apparates, der sogenannten “Staatssicherheit”, kurz “Stasi”, gibt uns Thomas Meyer einen Einblick in verschiedene, noch vorhandenen Orte, an denen der ehemalige Inlands- und Auslands-Geheimdienst der DDR bis vor 20 Jahren gewirkt hat. Die Bilder entstanden in den beiden Stasi-Gefängnissen Berlin-Hohenschönhausen und Potsdam Lindenstrasse. Ausserdem fotografierte er in den Museen im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit in der Berliner Normannenstrasse, wo auch die BStU mit einem großen Staasiarchiv untergebracht ist, so wie im Museum “Runde Ecke” in Leipzig und im “Museum im Stasi-Bunker” in Machern.

Durch seine distanzierten und fast immer zentralperspektivisch aufgenommenen Fotografien der diversen Räumlichkeiten wird auf gespenstische Weise ein Gefühl für die menschenverachtenden Methoden des Geheimdienstes der DDR-Diktatur, die Grausamkeit des Apparates und das Leiden der Opfer spürbar.

Morgenliebe

Katrin Trautner Hamburg

Katrin Trautner | MorgenliebeDie Realität eines drastischen demografischen Wandels hat längst Einzug in die Gesellschaft gehalten: steigende Lebenserwartung kontra Geburtenrückgang. Der uralte Mythos um den Begriff ´Jugend` lebt dennoch weiter. Doch was bedeutet ´alt` tatsächlich? In meiner Arbeit gehe ich dieser Frage nach, auf eine Weise die dem negativ besetzen Bild des Älterwerdens eine neue, lustvolle Betrachtungsweise beimisst und Raum lässt obsessiven Jugendwahn zu hinterfragen.
Mit dokumentarischen Mitteln nähere ich mich einem bisher tabubesetzen Thema – der Abbildung von Erotik im Alter.

www.katrintrautner.de

Persona

Hadley Hudson München

Hadley Hudson | Persona
“Persona”, eine Sammlung von Arbeiten von Hadley Hudson, ist eine Serie über die andere Seite der Modeindustrie… eine Seite, die man selten sieht. Sie dreht die Blickrichtung um, hinein in die Privatsphäre der Fotomodelle, die wir normalerweise auf die öffentlichste Art wahrnehmen – in Magazinen, Werbung, Tagespresse und Reality TV. Schönheit hat regelrecht die Ebene des Banalen erreicht, da wir permanent mit Bildern von Perfektion überschwemmt werden, in denen Modelle als Blanko-Flächen fungieren, auf die wir unsereFantasien, Sehnsüchte und Wünsche projizieren. Was hinter diesen geglätteten, mittels Photoshop idealisierten Bildern liegt, ist eine andere Geschichte.
Hadley Hudson hat ihre Kamera mit nach Paris, New York, Berlin und London genommen und Fotomodelle in ihrer “natürlichen Umgebung” fotografiert – im eigenen Schlafzimmer, in ihrer Privatsphäre. Vom Model-Apartment, über besetzte Häuser bis hin zur elterlichen Wohnung – jedes Bild erzählt die Geschichte vom individuellen Kampf, sich durchzusetzen mit der eigenen Schönheit in einer Industrie, die für ihr Konsumieren und Verheizen “frischer Gesichter” berüchtigt ist .
Ein eindringlicher und sehr persönlicher Blick in eine ansonsten unsichtbare Welt.

www.hadleyhudson.net

Reduit

Franca Wohlt Berlin

Franca Wolth | ReduitIn der Schweiz existiert seit langem eine außergewöhnliche Bunkerkultur: Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner soll ein Platz in einem Schutzraum in der Nähe des Wohnorts zur Verfügung stehen. Landesweit wurden deshalb rund 300’000 Personenschutzräume und 2500 große Schutzanlagen erbaut. Dies ermöglicht, dass heute über 95 Prozent der Bevölkerung in Schutzräumen untergebracht werden können.

Franca Wohlt fotografiert seit dem Frühjahr 2009 Bunkeranlagen in der Schweiz. Der Titel ihrer Arbeit “Reduit“ (von franz. réduit) bedeutet übersetzt “Verschlag, Nische, finsteres Loch“. Dies erinnert zunächst an den Beginn der Bunkerkultur in der Schweiz, als in Zeiten des 2. Weltkrieges das so genannte “Murmeltierprinzip“ die Bevölkerung überzeugen sollte und in den Alpen ein großes unterirdisches System aus militärischen Verteidigungsanlagen entstand. Zugleich aber bezeichnet dieses Wort in der Schweiz einen Wandschrank bzw. eine Abstellkammer. Diese Bedeutungen finden sich in den Fotografien von Franca Wohlt wieder: Sie verweisen einerseits auf die Möglichkeit, einen abgeschirmten Raum seinem eigentlichen Zweck zu entfremden und als persönliche Nische zu nutzen. Andererseits dokumentieren sie ein Sonderfalldenken, welches sich in privaten und öffentlichen Bunkeranlagen materialisiert hat und bis heute als Relikt unserer Geschichte besteht.

www.franca-wohlt.de

Wunderland

Inessa Dolinskaia Berlin

Inessa Dolinskaia | WunderlandDie Bilder von Inessa Dolinskaia zeigen ihre eigene, sehr persönliche “Wunderwelt” zwischen Bewegung und Stillstand, Licht und Schatten. In ihrem Traum muss man nicht alles verstehen,wichtiger sind Sehen und Fühlen.

Wunderland
…ich ziehe mich an, mache das Fenster auf. Wichtig ist es dabei, keinen zu wecken, sonst werden Fragen gestellt, auf die man keine Antwort hat. Waren Sie schon um 5 Uhr morgens in Berlin spazieren? Es ist wunderschön. Und da ich nicht laufen mag, fliege ich.Ich liebe Berlin morgens, wo noch alle schlafen und die wenigen, die von der oder zur Arbeit eilen, schauen nicht nach oben, also bewege ich mich die meiste Zeit in stolzer Einsamkeit, abgesehen von ein paar verschlafenen Vögeln. Ich sehe Hinterhäuser mit verstaubten Fenstern, die eine andere Wirklichkeit widerspiegeln. Dächer mit unzähligen Antennen, die tagsüber außerirdische Schatten werfen, aber in dieser Morgenstunde wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirken. Ich mag große Kreuzungen mit noch blinzelnden einäugigen Ampeln, wo die einzigen Fußgänger Tauben und Spatzen sind. Die Bäume fühlen sich im Morgengrauen auch noch unbeobachtet und flüstern miteinander.Ein Spielplatz. Umgewühlter Sandkasten, man kann noch die Stimmung vom vorigen Tage fühlen. Die aufgemalte Sonne auf dem Asphalt lächelt mich an. Ich setze mich auf eine Bank und mache die Augen zu. Es klingelt.

www.tramvaj.de